Staubsauger für Allergiker – darauf müssen Sie achten

Menschen, die im Alltag von allergischen Reaktionen wie Husten, Schnupfen, juckenden Augen oder Hautausschlag geplagt werden, haben es im Haushalt doppelt schwer. Vor allem bei Arbeiten, welche den direkten Kontakt mit Hausstaub unvermeidbar machen wie dem Staubsaugen. Die mikroskopisch kleinen Allergene werden durch den Saugmotor zusätzlich aufgewirbelt und bei herkömmlichen Staubsaugern am hinteren Ende wieder hinausgeblasen. So befinden sich nach beendeter Arbeit mehr Allergene in der Luft als zuvor und entsprechende Symptome treten umso stärker auf.

Speziell für die Bedürfnisse von Allergikern entwickelte Staubsauger verfügen über deutliche feinere und komplexere Filtersysteme und sorgen für eine saubere Abluft. Was vor dem Kauf zu beachten ist und welche Vorzüge allergikergeeignete Geräte mitbringen, lesen Sie in diesem Artikel.

Eine gründliche Reinigung

Die hauptsächliche Aufgabe eines Staubsaugers sollte es sein, verschiedene Oberflächen wie Hartböden, Teppiche und Polster so gut wie möglich von Staub und Schmutz zu befreien. Da sich einige dieser Schmutzpartikel regelrecht an den Fasern von Böden und Polstern festklammern, muss ein entsprechend starker Saugmotor vorhanden sein.

Hierbei gilt: Leistung ist nicht gleich Saugkraft. Zahlreiche Modelle (siehe die Siemens Staubsauger im Test) werden mit ihrem starken Motor (> 1.500 Watt), bloß wenn der Wirkungsgrad nicht stimmt, macht sich dieses Werbeversprechen lediglich auf der Stromrechnung bemerkbar – und zwar negativ! Daher sollten die in Betracht gezogenen Geräte vor dem Kauf unbedingt bezüglich ihrer Saugkraft bzw. dem Wirkungsgrad ihres Motors überprüft werden. Diese Information wird von Herstellern recht selten angegeben, daher ist es an dieser Stelle sinnvoll, Testberichte zu studieren und Kundenmeinungen zu durchstöbern.

Tipp: Verlassen Sie sich in puncto Saugleistung keinesfalls allein auf die sogenannte Airwatt-Leistung. Die in der Einheit AW angegebene Leistung ist nicht normiert und somit wenig aussagekräftig, auch wenn einige Hersteller sich mit ihr rühmen.

Das richtige Filtersystem

Wie bereits erwähnt, sind Staubsauger für Allergiker mit speziellen Filtersystemen ausgestattet. Doch wie so oft gibt es auch hier himmelweite Unterschiede. Um alle allergenen Feinstäube zurückhalten zu können, bedarf es einem sogenannten HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air Filter) oder einem Mikrofeinfilter. Absehen sollten Sie von jeder Art Filter, die von einem Hersteller und eigenem Namen entwickelt wurden und weder die Bezeichnung „HEPA“ noch „Mikrofeinfilter“ enthält, da diese häufig nicht mehr als Marketingmaßnahmen entsprechen.

Die beiden genannten Filtersysteme können den Feinstaub zurückhalten, ohne dass Geräteteile verstopfen oder der Staub an anderer Stelle wieder freigesetzt wird. Diese Eigenschaft wird auch als Staubrückhaltevermögen bezeichnet und ist essenziell wichtig. Unter Beachtung des Wechselintervalls kann die Qualität der Raumluft deutlich verbessert werden, wodurch Symptome wiederum gelindert werden können. Spätestens einmal im Monat (je nach Nutzungshäufigkeit) sollten die Filter erneuert werden.

Welche Bauart zu empfehlen ist

Wie auch bei regulären Staubsaugern wird bei Modellen für Allergiker zwischen jenen mit und ohne Beutel unterschieden. Bei der Auswahl eines passenden Saugers ist hier ganz klar zu sagen, dass Allergiker auf Geräte ohne Beutel strikt verzichten sollten. Denn trotz guter Reinigungsleistung und einem hervorragenden Filtersystem werden spätestens bei der Entleerung des Staubbehälters wieder große Mengen Feinstaub in die Umgebungsluft freigesetzt.

Staubsauger mit Beuteln haben den Vorteil, sofern sie über mehrlagige und feinstaubdichte Beutel verfügen, dass der größte Teil des aufgenommenen Staubes im Beutel verbleibt. Achten Sie darauf, dass die verwendeten Staubsaugerbeutel eine antibakterielle Beschichtung vorweisen, um auf Nummer sicher zu gehen, da der direkte Kontakt bei Wechsel des Beutels unumgänglich ist. Daraus resultieren, neben den auszuwechselnden Filtern, natürlich höhere Kosten, da Beutel stets nachgekauft werden müssen. Zudem muss der Wechsel relativ häufig durchgeführt werden, um eine zuverlässige und konstante Saugkraft zu erhalten.

Siemens-Staubsauger: Diese Modelle sind Testsieger in 2016

1. Siemens VSZ31455

Der Siemens VSZ31455 konnte mit einer gelungenen Kombination aus Preis und Leistung im Test überzeugen. Es handelt sich dabei um einen Beutelstaubsauger mit Siemens Compressor-Technology, welche eine gründliche Staubaufnahme bei niedrigem Stromverbrauch verspricht. Dafür sorgen im Inneren die aerodynamischen Gebläseräder zusammen mit einer entsprechend angepassten Luftführung. Die passenden Staubbeutel fassen insgesamt 4 Liter. Der Aktionsradius beträgt 10 Meter und das Gerät wiegt 4,3 Kilogramm (ohne Zubehör).

Ausgeliefert wird der Sauger mit einer XXL-Polsterdüse sowie Düsen für Matratzen, Fugen und Bohrstaub. Die umschaltbare Rollendüse passt sich dem Boden an und kann mit einer Fußtaste umgestellt werden. Mit dem eingebauten Borstenkranz werden Böden schonend gereinigt und auch Teppichränder werden sauber abgesaugt.

Vorteile

  • gutes Preis-/ Leistungsverhältnis
  • ordentliche Ausstattung
  • gute Verarbeitung
  • einfache Bedienung
  • leicht und handlich

Nachteile

  • nur stehende Lagerung möglich

2. Siemens VSQ4GP1264

Der VSQ4GP1264 von Siemens verfügt ebenfalls über die Compressor-Technology und verspricht dank größerer Staubbeutel (5 Liter Fassungsvermögen) niedrigere Folgekosten. Dazu kommt ein HEPA Hygienefilter, welcher die Ausblasluft gründlich reinigt, was besonders Allergikern zugutekommt. Er besitzt darüber hinaus die Staubemissionsklasse A.

Die umschaltbare Rollendüse passt sich dem Untergrund an und ist für Teppich genauso geeignet wie für Hartböden. Der Borstenkranz schützt dabei Parkett und Co. vor Kratzern. Außerdem wird eine extrabreite Polsterdüse mitgeliefert, die vor allem für großflächige Polstermöbel geeignet ist. Dazu kommt eine Fugendüse für schwer zugängliche Stellen. Für seltene Steckdosenwechsel sorgt der 10 Meter Aktionsradius.

Vorteile

  • hohe Reinigungsleistung
  • für Allergiker geeignet
  • niedrige Folgekosten

Nachteile

  • unpraktisch für sehr großgewachsene Anwender

3. Siemens VS06B113

Ausgestattet ist der Siemens VS06B113 mit einem highPower Motor, welcher bei weniger Stromverbrauch die Leistung eines vergleichbaren 2.200 Watt-Modells erreichen soll. Für eine langanhaltend hohe Saugkraft sorgt das Siemens powerSecure-System. Dabei nimmt der powerProtect Staubbeutel mit mehrlagigem Filtermaterial bis zu 4 Liter Staub und Schmutz auf. Um eine möglichst saubere Ausblasluft zu gewährleisten, verfügt dieses Modell über einen Hygienefilter der Staubemissionsklasse B.

Zum Lieferumfang gehört eine umschaltbare Rollendüse sowie eine Hartbodenbürste für Fliesen und Dielenböden. Mit zwei Laufrollen und weichen Borsten werden auch empfindliche Bodenbeläge schonend gereinigt. Zudem ist eine Fugen- und Polsterdüse mit dabei, welche für Polstermöbel und schwer zugängliche Stellen geeignet ist.

Vorteile

  • gutes Preis-/ Leistungsverhältnis
  • sinnvolle Ausstattung
  • gutes Bedienkonzept
  • angemessene Verarbeitungsqualität

Nachteile

  • kleine Rollen

4. Siemens VSQ8SEN72C

Ausgestattet mit dem Siemens activeSound Control System soll der VSQ8SEN72C bei gründlicher Reinigungsleistung besonders leise arbeiten. Sein Betriebsgeräusch liegt bei 72 dBA. Durch die ebenfalls enthaltene powerSensor Technology soll einem Leistungsverlust bis zum vollen Beutel vorgebeugt werden. Mit Hilfe der mitgelieferten XXL-Polsterdüse werden auch Tierhaare von Polstermöbeln entfern. Dies wird durch die Siemens quattroPower Technology unterstützt, die eine starke Saugleistung bei geringer Stromaufnahme verspricht.

Das Gerät verfügt über einen Aktionsradius in Höhe von 12 Metern und beugt Stoßschäden durch eine umlaufende Stoßdämpfung vor. Die vier Lenkrollen sorgen für ausreichend Wendigkeit und schonen empfindliche Böden. Durch den eingebauten HEPA Hygienefilter ist die Ausblasluft sauberer als normale Raumluft und ermöglicht die Staubemissionsklasse A.

Vorteile

  • hoher Funktionsumfang
  • geringes Betriebsgeräusch
  • für Allergiker geeignet
  • gute Ausstattung
  • energieeffizient

Nachteile

  • gewöhnungsbedürftige Aufrollautomatik